Wissenswertes über Tafelsilber

Als Tafelsilber wird die gesamte Palette von Artikeln aus dem Edelmetall Silber bezeichnet, welche sich sowohl auf dem Tisch befinden als auch für ein festliches Mahl gewünscht werden.

Zum Tafelsilber im eigentlichen Sinn gehören Korpuswaren (Essgeschirr, Servierplatten, Schüsseln, Teller, Saucieren, Salz- und Gewürzbehälter, Pokale für Wein,…), dekorative Komponenten (Tafelaufsätze, Leuchter,…) aber auch Essbestecke.

Früher saßen viele an der Tafel

Silberbesteck wurde früher in der Regel mit einer Anzahl von 36 Exemplaren (also für 36 Personen) berechnet. Das heutige Gedeck geht jedoch von 12 Exemplaren aus. Für das ganz große Festessen musste ein Vielfaches dieser Menge vorgehalten werden. In späterer Zeit kamen Elemente des Kaffee- und Teeservices zum silbernen Essgeschirr hinzu.

Tafelsilber war bereits in römischer und griechischer Zeit in Verwendung, wie Funde entsprechender Gegenstände bestätigen. Es diente der Oberschicht zur Repräsentation und bezeugte eine exponierte Stellung seines Besitzers.

Der Hildesheimer Silberfund belegt, dass derartig wertvolle Gegenstände auch nach Germanien gekommen sind.

Die zum Tafelsilber gehörenden Stücke wurden anfangs durch Treiben oder Schmieden hergestellt.

Im Mittelalter wurde Tafelsilber als Attribut für gehobene Tischkultur geschätzt und demonstrierte beiläufig die adlige Pracht. Goldschmiede bedienten die Nachfrage der gut betuchten Kunden nach Tischzier insbesondere ab der Zeit der Renaissance. Zu dieser Zeit erlebte die Goldschmiedekunst eine Hochblüte und Werke aus Augsburg („Augsburger Silber“) und zu einem späteren Zeitpunkt auch aus Hanau (auch Hanauer Antiksilber) genossen an den Adelshöfen Europas einen vorzüglichen Ruf. Preußens König Friedrich Wilhelm I. betrachtete Tafelsilber als Edelmetallreserve für schlechte Zeiten. Aus Geschirr und Gefäßen konnten so nach dem Einschmelzen Münzen zum Finanzieren von Ausgaben geprägt werden.

Die industrielle Revolution machte es „bezahlbarer“

Im 19. Jahrhundert hat die industrielle Fertigung in so gut wie allen Städten die handwerkliche Fertigung in den Hintergrund gedrängt. Aber natürlich gibt es immer noch ein paar kleinere Manufakturen die bis heute kunsthandwerklichen herstellen.

Durch die industrielle Herstellung wurde der Erwerb von Tafelsilber auch für das Großbürgertum realisierbar, das sich am adligen Leitbild und dessen Tischsitten orientierte. Tafelsilber gehörte zum wertvollen familiären Erbe und wurde von Generation zu Generation vererbt, wenn nicht eine wirtschaftliche Misere zum Verkauf zwang.

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